FAQ

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Wie ist die Idee für die Bi+Pride entstanden?

Der langjährige Bi+Aktivist und Lehrer Frank Thies ist der Initiator. Er hatte die Idee nach dem Vorbild von West Hollywood, wo 2018 erstmals eine Bi Pride stattfand, ein solches Event auch in Deutschland umzusetzen. Er hat direkt andere Menschen von seinem Stammtisch Bi & Friends HH und andere Bi+Aktivist*innen und Personen aus seinem Netzwerk für die Idee begeistert, sodass sich im Dezember 2020 die Gruppe formte.

Wann ist die Bi+Pride und was genau ist geplant?

Die Veranstaltung besteht hauptsächlich aus drei Tagen und beginnt am 23. September, dem offiziellen Tag der Bisexualität.

  1. Tag Do, 23. September: 

Am Do, 23. September gibt es Flaggenhissungen offline und online. Auf der Homepage findet ihr eine Übersicht dazu, wo genau gehisst wird. Bisher haben 15 Städte und 24 Gebäude zugesagt. Z.B. Bamberg, Berlin-Schöneberg, Darmstadt, Flensburg, Hamburg, Kiel, Köln, Mannheim und Viernheim.  Die Orte in und um Hamburg werden wir an dem Tag auch besuchen und die Hissungen mit einer kleinen Rede begleiten. Aktuell schauen wir, ob es sich für dieses Jahr auch noch an anderen Orten realisieren lässt. Ansonsten gilt, nächstes Jahr hoffentlich noch größer und mit noch mehr Kapazitäten. 

Wie die digitale Flaggenhissung konkret abläuft, erklären wir am 20. September auf unseren Social-Media-Kanälen, aber im Prinzip geht es darum, dass Bi+ und Allys (Verbündete) in irgendeiner Form einen Beitrag posten und so digital bi+sexuelle Sichtbarkeit zeigen an dem Tag. Also ein kleiner Akt mit hoffentlich großer Wirkung. 

  1. Tag Fr, 24. September 

Es wird vier Workshops (offline und online) geben. Ursprünglich sollte sich das auf den Fr, 24. September konzentrieren. Der offline Workshop wird in Hamburg in St. Georg im Schorsch am 24.9. stattfinden. Die online Workshops finden aber an drei verschiedenen Tagen statt: Di, 21.9. und Do, 23.9. und Fr, 24.9.

  1. Tag Sa, 25. September 

Am Sa, 25. September ist dann die Demonstration durch die Innenstadt in Hamburg. Die vollständige Demoroute seht ihr auf unserer Homepage. Der Startpunkt ist Lange Reihe 101-99. Dort sammeln wir uns um 12 Uhr. Um 12:30 Uhr beginnt dann die erste Kundgebung, und um ca. 13 Uhr laufen wir los. Es gibt auch Zwischenkundgebungen und zwar gegenüber der Europapassage (Ecke Jungfernstieg/Ballindamm) und beim Gänsemarkt. Die Schlusskundgebung ist auf dem Rathausmarkt. Wir rechnen mit einem Ende gegen ca. 15:30 Uhr. Auf der Demo haben wir einen Lautsprecherwagen, von wo aus die Reden und die Moderation stattfinden sowie die begleitende Musik aufgelegt wird.

Warum ist eine extra Bi+Pride wichtig? Reicht es nicht, wenn wir alle einen CSD haben?

Gemeinsam unter dem Regenbogen? Auf jeden Fall! Aber es gibt eben auch bi+-spezifische Themen. Und leider auch immer wieder Ignorieren, Unsichtbarmachung und Nichternstnehmen von Bi+ in der Community. Darüber möchten wir aufklären und das natürlich auch verändern. Wir vom Bi+Pride setzen uns aber selbstverständlich auch für die ganze Community ein – auch für Schwule, Lesben, trans* Personen, inter* Personen, Non-Binäre und Asexuelle sowie Aromantische. Viele unserer Forderungen betreffen die ganze Community oder spezifische Gruppen, die nicht zwangsläufig bi+ sind. Wer eine gemeinsame Community haben möchte, muss auch Verständnis für alle Untergruppen haben.

Was sind denn diese bi+spezifischen Themen?

Wenn Sie sich ganz ausführlich informieren möchten, dann können Sie das auf der Homepage von unserem Orga-Mitglied Melina Seiler tun. Die Journalistin und Autorin hat das Thema recherchiert und aufgearbeitet.

Bi+ Erasure (Unsichtbarmachung von Bi+sexualität) bedeutet unter anderem mangelnde Repräsentation, mangelnde Gemeinschaft, mangelndes Bewusstsein fürs Thema, mangelnde Sprache und mangelnde Anerkennung. Dies bedeutet, dass der größte Teil unserer Kultur die meiste Zeit unter der Annahme steht und agiert, dass es Bi+sexualität nicht gibt und nicht geben kann. Das hat Folgen.    

Folgen:       

Bi+sexuelle Jugendliche benötigen Vorbilder und Sichtbarkeit, da sie deutlich häufiger als homosexuelle (und heterosexuelle) Gleichaltrige gemobbt werden oder zu Drogenmissbrauch neigen, deutlich seltener geoutet sind, und bi+sexuelle Mädchen sexualisierte Übergriffe beklagen. (1)

Bi+sexuelle werden auch in der LGBTIQIA+-Community oft nicht ernstgenommen, und ihnen wird auch immer wieder mal das Recht dazuzugehören abgesprochen. (2)               

Bi+sexuelle sind keine kleine unwichtige Minderheit, sondern 21% der deutschen Erwachsenen ordnen sich selbst im bi+sexuellen Spektrum ein (bei 18- bis 24-Jährigen sogar 39%). (3)                        

6 von 10 bi+sexuellen Frauen (61%) haben Vergewaltigung, körperliche Gewalt und/oder Stalking durch eine*n Intimpartner*in erfahren müssen – deutlich mehr als Lesben (44%) oder heterosexuelle Frauen (35%). (4)           

(1)  vgl. US-Studie „Supporting And Caring For Our Bisexual Youth“                

(2)  https://www.dw.com/de/bisexualit%C3%A4t-du-geh%C3%B6rst- nicht-zu-uns/a-45943143                       

(3)  vgl. repräsentative Studie von YouGov

(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7020247/; gut nachzulesen hier: https://broken-rainbow.de/lesben-haeufiger-von-gewalt-in-der-partnerschaft-betroffen-als-heterosexuelle-frauen

Wie habt ihr die Flaggenhissungen organisiert?

Zuerst hatten wir uns auf Hamburg und Umgebung konzentriert. Dann hat ein engagiertes Gruppenmitglied auf gut Glück alle Rathäuser/Städte Deutschlands angeschrieben. Die auf der Homepage gelisteten Städte haben zugesagt, die anderen nicht. Abseits davon haben wir keine konkreten Orte oder Organisationen konkret angefragt außerhalb, weil dafür in diesem Jahr leider die Kapazitäten gefehlt haben. Gerne wollen wir das aber im nächsten Jahr angehen. Wer Kontakte hat und zu weiteren Flaggen-Hissungen motivieren kann, ist herzlich willkommen. Am besten in Absprache mit uns.

Warum sind Flaggenhissungen wichtig?

1. Bi+sexualität ist unsichtbar: Ein männlich gelesenes Paar wird als schwul gelesen, ein weiblich gelesenese Paar als lesbisch, eine weiblich gelesene Person und eine männlich gelesene Person als heterosexuell. Aber selbst wenn sie sich als bi+sexuell outen, werden Bi+sexuelle nicht ernst genommen oder diskriminiert. 

2. Gerade bi+sexuelle Jugendliche benötigen Vorbilder und Sichtbarkeit: Bi-Jugend ist viel seltener geoutet, hat stark unter Mobbing zu leiden. (vgl. US- Studie „Supporting And Caring For Our Bisexual Youth“ http://hrc-assets.s3-website-us-east- 1.amazonaws.com//files/assets/resources/Supporting_and _Caring_for_Bisexual_Youth.pdf)

3. Bi+sexuelle sind keine kleine unwichtige Minderheit: 21% der Deutschen ordnen sich selbst im bi+sexuellen Spektrum ein, bei den jungen Erwachsenen sind es sogar 39% (vgl. repräsentative Studie von YouGov: https://www.bine.net/sites/default/files/bijou31yougov.pdf

4. In den USA, Großbritannien und Australien wurde die Bi-Flagge schon oft an Regierungsgebäuden gehisst und Reden zum Thema im Parlament gehalten (siehe z. B. https://www.oxford.gov.uk/news/article/300/bi-flag_to_fly_over_oxford_town_hall_for_the_first_time, https://www.youtube.com/watch?v=F1vArYWZdwU)

5. Schleswig-Holstein hisst die Bi-Flagge am 23.9. seit 2017 und gibt eine Broschüre zum Thema heraus (bereits in 2. Auflage) (vgl. https://www.schleswig- holstein.de/DE/Landesregierung/VIII/Presse/PI/PI_Archiv/2017_neu/170922_VIII_Bisexuelle.html, https://echte- vielfalt.de/lebensbereiche/lsbtiq/bi/echte-bisexuelle- vielfalt-im-norden/)

Wie seid ihr als Orga-Team organisiert, und wie viele Leute seid ihr?

Das Orga-Team ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Bi+ Aktivist*innen und Personen. Viele, aber nicht alle wohnen in Hamburg. Aktuell gehören 11 Personen ins Kern-Team. Das verändert sich aber immer mal wieder, je nachdem, ob neue Leute kommen oder andere gehen. Zudem bestehen wir aus einer großen Anzahl Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen. Bald sind wir auch als gemeinnütziger Verein eingetragen, was bürokratisch gesehen für die Zukunft viele Dinge erleichtert. Grundsätzlich bringen sich alle in dem Ausmaß ein, wie es ihre Kapazitäten zulassen. Hierarchien gibt es nicht. Manche Menschen haben konkrete Zuständigkeiten, aber vieles wird so erledigt, wie es die Kapazitäten und Fähigkeiten der Mitglieder zulassen ohne feste Zuständigkeit, aber in Absprache. Anfangs haben wir uns alle zwei Wochen online getroffen, jetzt wöchentlich und zusätzlich viele weitere Termine in Kleingruppen. 

Wie könnt ihr unterstützt werden?

Aktuell suchen wir vor allem Wagenengel (Menschen, die auf der Demo den Lautsprecherwagen sichern) und Ordner*innen für die Demo am 25. September. Aber auch über andere Unterstützung und zukünftige feste Mitglieder freuen wir uns. Schreibt uns gerne. In Zukunft besteht auch die Möglichkeit, Vereinsmitglied zu werden, was aber natürlich kein Muss ist, um bei uns mitzumachen. Außerdem freuen wir uns über Spenden: https://www.betterplace.me/bipluspride 

Was sind eure Forderungen?

Eine vollständige Liste der Forderungen findet ihr auf unserer Homepage. Diese und andere Informationen sind dort auch ins Englische und Spanische übersetzt.

Was ist denn mit anderen Gruppen? Asexuelle oder intergeschlechtliche Menschen sind doch viel unsichtbarer?

Wir vom Bi+Pride setzen uns selbstverständlich auch für die ganze Community ein – auch für Schwule, Lesben, trans* Personen, inter* Personen, Non-Binäre und Asexuelle sowie Aromantische. Viele unserer Forderungen betreffen die ganze Community oder auch spezifische Gruppen, die nicht zwangsläufig bi+ sind. Wir sehen auch, dass bei asexuellen und intergeschlechtlichen Personen ebenfalls eine große Unsichtbarkeit und gesellschaftliches Unwissen vorherrscht. Daher würden wir Vorhaben dieser Communitys nach einer eigenen Pride oder bestimmten Veranstaltungen auch sofort unterstützen, wenn gewünscht. Übrigens ist das ja auch kein “entweder oder”. Es gibt durchaus inter* und asexuelle Personen, die auch bi+ sind und deshalb Teil unserer Community sind.

Wer sind eure Kooperationspartner*innen? Wieso sind die wichtig? Nach welchen Kriterien habt ihr die ausgewählt?

Eine vollständige Liste findet ihr auf unserer Homepage direkt auf der Startseite. Grundsätzlich ist es eine bunte Mischung aus Bi+Gruppen, queeren Organisationen, Einzelpersonen wie queeren Influencer*innen, Aktivist*innen, Politiker*innen und Musiker*innen oder anderen Organisationen, die sich (auch) für queere Themen stark machen und uns unterstützen. Die Unterstützung kann ganz unterschiedlich sein. Sie alle stehen mit ihrem Namen/ ihrer Organisation hinter unserer Veranstaltung und unseren Forderungen. Darüber hinaus: Viele unterstützen uns, indem sie auf uns Aufmerksam machen. Manche werden bei der Demo vor Ort sein. Andere geben Geld. Das ist ganz unterschiedlich. 

Mit wie vielen Leuten rechnet ihr bei der Demo? 

Das ist natürlich eine Frage, die oft gestellt wird und die auch wir uns stellen. Können wir nicht sagen, weil wir die Veranstaltung zum ersten Mal machen. Fakt ist, dass sich auch schon einige Leute außerhalb von Hamburg angemeldet haben, aber wie es dann am Tag konkret ist? Keine Ahnung, hängt von vielen Faktoren ab, manche sind so simpel wie das Wetter. Offiziell angemeldet haben wir 500. 

Wie ist euer Hygienekonzept? 

Es gelten wie aktuell üblich Abstandsregeln und das Tragen einer medizinischen Maske. Ansonsten ist es unsere dringliche Bitte, dass alle Demonstrierenden unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht, sich vorher auf Corona testen lassen und nur mit einem negativen Testergebnis kommen. Das Orga-Team lässt sich vorher testen und ist geimpft. Mehr Infos hier.

Ist die Veranstaltung barrierefrei? 

Wir versuchen die Veranstaltung möglichst barrierearm zu gestalten. Wir haben Ansprechpersonen, ein Diversitäts- und Inklusionskonzept, auf Barrierefreiheit bei unserem Offline-Workshop geachtet und versuchen noch, die Demoroute auf jegliche Barrieren zu überprüfen. Bitte sprich uns aber unbedingt an, wenn es Wünsche oder Unklarheiten gibt – uns ist es wichtig, diese Bedürfnisse ernstzunehmen.

Warum nicht noch andere Sprachen als Englisch und Spanisch? 

Grundsätzlich möchten wir unsere Veranstaltung und die Informationen zur Veranstaltung so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen. Mehr Sprachen sind da natürlich sehr hilfreich. Dass es aktuell Englisch und Spanisch ist, liegt daran, dass wir das mit unserem Team leisten können. Wir freuen uns, wenn andere Ehrenamtliche zu uns stoßen und in weitere Sprachen übersetzen können. 

Habt ihr Sharepics/Pressefotos, die benutzt werden dürfen?

Ja haben wir. Du findest sie hier: https://drive.google.com/drive/folders/1pbQU5EiPkZZabLR7AJjIXNMUoi9eJtTK?usp=sharing. Bitte immer Bi+Pride als Quelle angeben.